Seit Anfang 1999 gibt es im 1. GJC (wieder) eine Goshin Jitsu Gruppe. Goshin Jitsu ist eine Selbstverteidigungsform, die eine Expertengruppe des japanischen Judo-Instituts, des Kodokan, aus dem traditionellen Jiu Jitsu/Ju Jitsu entwickelt hat. Die Selbstverteidigungstechniken wurden in folgende fünf (Go) neue (Shin) Untergruppen (praktische Anwendungen/“Kunst“- Jitsu) eingeteilt:
1. Abwehr gegen Angriffe mit Händen und Füßen mit Körperkontakt
2. Abwehr gegen Angriffe mit Händen und Füßen ohne Körperkontakt
3. Abwehr von Stockschlägen
4. Abwehr von Messerstichen und
5. Abwehr von Pistolenangriffen.
Wie beim Judo steht dabei grundsätzlich das Prinzip „Siegen durch Nachgeben“ im Vordergrund. Goshin Jitsu ist so eine moderne Form des altüberlieferten Jiu Jitsu/Ju Jitsu, bei der Elemente aus dem Judo, Aikido und Karate dominieren.
Goshin Jitsu (Ju-Jitsu) ist nicht nur eine Selbstverteidigungsdisziplin, sondern auch eine interessante und vielseitige Sportart. Alle Teilnehmer, ob jung oder alt, weiblich oder männlich, können gemeinsam trainieren, um etwas für ihre persönliche Sicherheit im Alltag zu tun, sich körperlich fit zu halten und auch, um freundschaftliche Kontakte zu knüpfen. Die Selbstverteidigungstechniken des Goshin Jitsu (Ju Jitsu) werden bei der Polizei aller Bundesländer und dem Bundesgrenzschutz gelehrt.
Jeder, der sich intensiv mit Goshin Jitsu befasst (das gilt übrigens genauso für die Beschäftigung mit anderen Budo-Disziplinen), kommt für das Verständnis dieser Sportart nicht umhin, auch einen Blick in die Vergangenheit dieser Selbstverteidigungsform zu werfen.
Es gibt Überlieferungen, nach denen das eigentliche Jiu Jitsu (Ju Jitsu) ursprünglich aus China stammt. Der japanische Arzt Yoshitoki erlernte in China eine Form der Selbstverteidigung, bei der zur wirkungsvollen Ausführung der Techniken erhebliche Körperkräfte erforderlich waren. Zurück in Japan beobachtete er an einem stürmischen Wintertag, wie die starren Äste eines
Kirschbaumes brachen, während die Äste der daneben stehenden Weide geschmeidig blieben und nicht beschädigt wurden. Durch diese Beobachtung soll Yoshitoki auf die Idee gekommen sein, eine Kunst der waffenlosen Selbstverteidigung zu entwickeln, bei der der Schwächere durch Nachgeben – entsprechend dem „Geist der Weide“ – siegen könne („Yoshitoki-Ryu“ - Weidenherz-Schule). Von daher erklärt sich auch der Ausdruck „Jiu/Ju Jitsu“, nämlich „sanfte (Ju) Kunst (Jitsu)“.
Jiu Jitsu entwickelte sich in Japan rasch zu einer den Samurai vorbehaltenen Kampfkunst der Selbstverteidigung ohne Waffen, mit der ein Gegner kampfunfähig gemacht oder getötet werden konnte. Bereits Ende des 17. Jahrhunderts war Jiu Jitsu eine der ersten Pflichten eines jeden Samurai und wurde im BUSHIDO - dem sogenannten Ehrenkodex der Samurai - festgelegt. In der Blütezeit des Jiu Jitsu entstanden in Japan viele Selbstverteidigungsschulen, wobei jede von ihnen ihrer Kampfkunst einen anderen Namen gab. Jiu Jitsu ist die bekannteste der vielen anderen Kampfarten, die sich aber kaum voneinander unterschieden.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde Jiu-Jitsu auch in Europa bekannt. 1907 kamen zwei japanische Kreuzer zu einem Flottenbesuch nach Kiel. Dabei wurde dem anwesenden Kaiser Wilhelm II. Jiu Jitsu als Selbstverteidigung vorgeführt. Kaiser Wilhelm war von dieser Vorführung so beeindruckt, dass er anordnete, für die Militärturnanstalt in Berlin einen Jiu Jitsu-Lehrer einzustellen. Unter den ersten Schülern dieses neuen Sportes war auch Erich Rahn. Erich Rahn gründete 1906 in Berlin die erste Sportschule für Jiu Jitsu, die heute noch besteht (Jiu Jitsu Schule R.a.h.n). Erich Rahn und der Japaner K. Higashi nahmen dabei sogar im Zirkus Herausforderungskämpfe gegen jedermann an, um ihre Kunst einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Erich Rahn erwarb sich damit das historische Verdienst, die sanfte Kunst der japanischen Selbstverteidigung in Deutschland etabliert zu haben. (Quellen: Weinmann, Das Kampfsport Lexikon, 1998; Velte, Ju-Jutsu Wörterbuch, 2001)
Das moderne Goshin Jitsu (Ju Jitsu) vermittelt neben der Fähigkeit, sich im Notfall verteidigen zu können, auch Geduld und Einfühlungsvermögen beim Umgang mit dem Partner und Selbstbewusstsein. Goshin Jitsu (Ju Jitsu) kann man bis ins hohe Alter trainieren (und lernt dennoch nie aus!).
Goshin Jitsu erschöpft sich nicht nur im gemeinsamen Kampfsporttraining. Die Gruppe führt darüber hinaus gemeinsame Freizeitveranstaltungen durch. Geselligkeit auch außerhalb des Dojos trägt so zu einem angenehmen Vereinsklima bei, in dem sich jeder 'Neuling' von Anfang an wohlfühlt.

Das Training wird von Dan-Trägern durchgeführt, die als Übungsleiter ausgebildet sind.
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